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Zur re:publica 15

Das Urheberrecht (https://heise.de/-2637921) stellt mittlerweile ein Sammelsurium von Ungerechtigkeiten mit grotesken Zügen dar. Auf Speichermedien erhobene Gebühren (Pauschalverdacht von Rechstverletzungen), Zwang zur Mitgliedschaft für Urheber (GEMA-Vermutung), faktisch ausgehebelte Nutzung von Privatkopien, Geldstrafen ohne angemessene Feststellung der Schuld (Abmahnpraxis), Haftung für Taten Dritter im eigenen WLAN (Störerhaftung) wovon Provider ausgenommen sind, ungerechtfertige Benachteiligung des Kunden (GeoBlocking), drohende Klagen bei Verlinkung von Presse-Inhalten (Leistungsschutzrecht), unnatürliche Schutzfristen von 70 Jahren ab Erstveröffentlichung (vor Kurzem noch: 50 Jahre), gemeinfrei werden geschütze Werke erst nach weiteren 70 Jahren nach dem Tod des Künstlers (!), usw.usf.

Ahnungslose Politiker aus #Neuland glauben jeden Unfug der ihnen von Lobbyisten der Rechteverwerter erzählt wird und einige Juristen helfen ihnen dabei das Recht bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen, hier werden in Gesetzesform gegossene Monopolrechte einer kleinen Klientel gewährt.
Die guten Absichten, Schöpfern eine angemessene Vergütung zukommen zu lassen, werden völlig konterkariert weil der Urheber und der Rechteverwerter häufig nicht ein und diesselbe Person sind!
Letztere waren es die von einer ganzen Reihe von Gesetzen profitiert haben. Kulturelle Vielfalt, Kreativität und Innovation werden von dieser Gesetzgebung mittlerweile gehemmt. Verwenden sie doch mal einen Videoschnipsel auf Youtube, ein Bild aus unbekannter Quelle oder ein Musikstück zur Untermalung ohne befürchten zu müssen mit Abmahungen und Klagen überhäuft zu werden. Immer in der Annahme jede noch so “gringfügige” Verwertung rechtfertige einen Anteil am “möglichen” Gewinn ungeachtet dessen ob dieser tatsächlich realisiert wurde. Hauptsache man kann Leute zur Kasse bitten. Kleine kreative Künstler ohne Superstar-Ambitionen sind bei diesem Recht schon lange unter die Räder geraten.

Vorsicht mit solchen Meinungen, sie müssen damit rechnen vom hochkompetenten Internetexperten Günther Öttinger zum digitalen Taliban erklärt zu werden.

Noch etwas Nachschlag gefällig?
Groteske Lage bei Musikrechten